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Was in die Reiseapotheke gehört
AdobeStock/New Africa
Symbolbild

Eine Reiseapotheke gehört in jedes Gepäck. Was Sie im Urlaub brauchen, damit kleine Blessuren und harmlose gesundheitliche Beschwerden nicht zum großen Problem werden.

Egal, wo Sie die Ferien in diesem Jahr verbringen: Den Urlaub möchte man gesund genießen – vor allem jetzt, in Zeiten der Pandemie. Umso wichtiger ist es, eine gut sortierte Reiseapotheke im Gepäck zu haben. Denn unterwegs ist es manchmal schwierig, die passenden Arzneimittel zu bekommen. Mitunter ist keine Apotheke in der Nähe oder die Verständigung bereitet Probleme. Auch die Qualität einzelner Produkte ist im Ausland nicht immer gewährleistet.

Checkliste Reiseapotheke: Das gehört rein

Mit einer gut sortierten Reiseapotheke sind Sie bei harmlosen Erkrankungen und kleinen Verletzungen auf der sicheren Seite. Unsere Checkliste zeigt Ihnen, welche Medikamente und Produkte zur Grundausstattung gehören:

  • Alle Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen.
  • Sprays oder Salben zur Wunddesinfektion, außerdem ausreichend Verbandmaterial wie sterile Kompressen, elastische Binden, Wundpflaster und Heftpflaster zur Wundversorgung.
  • Einmalhandschuhe, eine Pinzette, eventuell eine Zeckenzange und eine kleine Schere aus Metall gehören ebenfalls zur Grundausstattung der Reiseapotheke. Allerdings darf die Schere bei Flugreisen nicht ins Handgepäck.
  • Schmerz- und Fiebermittel wie Paracetamol, Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure zur Behandlung von Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Gliederschmerzen, Fieber und Erkältungsbeschwerden.
  • Abschwellendes Nasenspray gegen Schnupfen und Nebenhöhlenentzündungen. Es ist auch hilfreich, um Ohrenschmerzen beim Druckausgleich im Flugzeug zu vermeiden.
  • Desinfizierende und entzündungshemmende Mittel gegen Halsschmerzen in Form von Sprays oder Lutschtabletten.
  • Mittel gegen Husten – als Tabletten, Saft oder Tropfen.
  • Arzneimittel vorbeugend gegen Durchfall wie Arzneihefe oder Tannin. Sehr wirksam sind Racecadodril oder Loperamid, die den Durchfall schnell stoppen. Sie sollten aber nur kurzfristig eingesetzt werden, etwa um eine längere Fahrt zu überstehen.
  • Arzneimittel gegen Verstopfung. Milde Abführmittel können helfen, wenn mit ausreichend Flüssigkeit, ballaststoffreicher Ernährung sowie Trockenpflaumen, Feigen und Co. keine Wirkung erzielt wird.
  • Präparate gegen Sodbrennen sowie pflanzliche Wirkstoffkombinationen gegen Magenbeschwerden und Übelkeit.
  • Salben und kühlende Gels, um Sportverletzungen oder Entzündungen zu behandeln. Auch Kühlkompressen können hilfreich sein, vorausgesetzt es gibt vor Ort eine Kühlmöglichkeit.
  • Repellents zur Insektenabwehr sowie juckreizstillende Gele bei Insektenstichen oder Allergien.
  • Augentropfen mit Euphrasia, Calendula oder dem abschwellenden Terzolin, denn Wind, Sonne und Staub sorgen auf Reisen nicht selten für Bindehautentzündungen und Augenreizungen. Sogenannte „künstliche Tränen“ sind mild und können sehr häufig angewendet werden.
  • Sonnenschutzmittel zur Vorbeugung von Sonnenbrand.
  • Kühlende und hautreparierende Aprés-Lotionen helfen bei leichten Rötungen. Bei stärkeren Beschwerden kann eine 0,25- bis 0,5-prozentige Hydrocortisonsalbe hilfreich sein.
  • Ein digitales Fieberthermometer, um bei Bedarf die Körpertemperatur messen zu können. Produkte aus Glas sind jedoch nicht geeignet, da sie leicht zerbrechen.
  • Ohrenstöpsel für eine ruhige Nacht und einen guten Schlaf.

Was darüber hinaus noch wichtig sein könnte, hängt vom Reiseziel, der Reisedauer und der Art des Urlaubs ab. Schauen Sie einfach bei uns in Ihrer Apotheke vorbei. Wir helfen Ihnen gern, die passende Reiseapotheke für Sie zusammenzustellen.

Bitte beachten Sie jedoch: Die Reiseapotheke hilft nicht bei allen Erkrankungen. Aber mit den entsprechenden Präparaten können Sie schneller auf häufig vorkommende Symptome reagieren. Bei anhaltenden Beschwerden, schweren Erkrankungen und Notfällen ersetzt die Reiseapotheke nicht den Arztbesuch.

Urlaub in Corona-Zeiten

Wer in Corona-Zeiten auf Reisen geht, sollte genügend medizinische Mund-Nasen-Schutzmasken im Gepäck haben. Mindestens eine pro Tag ist nötig, um ausreichend geschützt zu sein. Desinfektionsspray oder desinfizierendes Handgel ist ebenfalls wichtig, vor allem wenn man sich unterwegs nicht regelmäßig die Hände waschen kann.

Gesund verreisen: Das ist noch wichtig

Neben dem Inhalt der Reiseapotheke gibt es ein paar weitere Punkte in Sachen Gesundheit, an die Sie rechtzeitig vor dem Urlaub denken sollten:

Lassen Sie Ihren Impfstatus einige Wochen vor Reisebeginn von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin prüfen. Oder fragen Sie in Ihrer Apotheke nach einer Beratung zur Reiseimpfung. Nicht vergessen: den Impfpass mitnehmen
Bei einer chronischen Erkrankung wie Diabetes oder Asthma sollte man sich rechtzeitig eine ausreichende Menge der benötigten Medikamente verschreiben lassen. Besorgen Sie sich diese noch vor der Reise, denn die pharmazeutischen Standards in Deutschland gelten nicht in jedem Land.
Wichtige Medikamente sollte man unterwegs immer griffbereit haben. Um Platz zu sparen, kann man auf die Verpackungen verzichten, den Beipackzettel aber bitte immer mitnehmen. Im Flugzeug gelten bei Medikamenten dieselben Einschränkungen für die Mitnahme im Handgepäck wie bei anderen Flüssigkeiten: Erlaubt sind maximal 100 Milliliter, verpackt in einem transparenten Beutel. Auch Scheren und Co. gehören in den Koffer
In der Regel gilt: Arzneimittel sollten wasserfest verpackt und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt sein und nicht wärmer als 25 Grad Celsius gelagert werden. Bei einem Urlaub in einem heißen Land kann es daher sinnvoll sein, eine Kühltasche mitzunehmen.
Sollten Sie aus gesundheitlichen Gründen auf Spritzen oder opioidhaltige Schmerzmittel angewiesen sein, lassen Sie sich eine ärztliche Bescheinigung dafür geben. Andernfalls kann es bei Zoll- und Gepäckkontrollen Probleme geben.
Sie planen eine Fernreise und nehmen regelmäßig Arzneimittel ein? Dann erkundigen Sie sich, was bei einem Wechsel in eine andere Zeitzone zu beachten ist. Auch bei uns in Ihrer Apotheke beraten wir Sie gern, zum Beispiel wann Sie unterwegs die Antibabypille einnehmen sollten.
Bei längeren Flügen oder Busfahrten mit wenig Bewegungsmöglichkeit sind Stützstrümpfe aus der Apotheke hilfreich. Sie beugen Schwellungen und Reisethrombosen vor, ersetzen bei Venenerkrankungen aber nicht die Kompressionsstrümpfe.

Digitaler Corona-Impfpass

Ab sofort kann man sich in vielen Apotheken den digitalen Nachweis einer vollständigen Corona-Impfung ausstellen lassen. Allerdings sind dafür noch nicht alle technischen Vorrausetzungen geklärt. Fragen Sie deshalb in Ihrer Apotheke nach. Der digitale Impfpass soll zunächst EU-weit gelten – und wird auch rückwirkend für schon geimpfte Personen ausgestellt. Er erleichtert den Besuch in Restaurants und Geschäften. Außerdem kann man damit vielerorts ohne Tests und Quarantäne reisen.

Reisen mit Kindern

Grundsätzlich unterscheidet sich die Reiseapotheke für Kinder nicht von der für Erwachsene. Sie sollten jedoch darauf achten, Präparate einzupacken, die das Kind in der Vergangenheit gut vertragen hat und die für das Alter ihres Kindes geeignet sind. Fiebersenkende und schmerzlindernde Mittel für Kinder sind auch in Form von Zäpfchen erhältlich. Allerdings sind die nicht hitzetauglich und müssen kühl gelagert werden.

Kindern wird unterwegs oft übel. Dagegen gibt es homöopathische Mittel wie Nux vomica (bei häufigem Erbrechen und heftigen Bauchkrämpfen) oder Cocculus (bei Seekrankheit mit starkem Schwindel). Für Kinder ab sechs Jahren ebenfalls geeignet: Tabletten und Kaugummis mit dem Wirkstoff Dimenhydrinat. Für die Jüngeren gibt es Zäpfchen oder Sirup. Fragen Sie bei uns in Ihrer Apotheke nach. Wir beraten Sie gern.

Wer mit Kindern verreist, darf zudem den Sonnenschutz nicht vergessen. Mindestens Lichtschutzfaktor 30 sollte es für Kinder sein – und zwar unabhängig vom Hauttyp. Am Wasser oder im Gebirge ist ein Lichtschutzfaktor von mindestens 50 ratsam. Sie erhalten sandabweisende, pflegende und wasserfeste Produkte speziell für Kinder bei uns in Ihrer Apotheke.

Montezumas Rache

Durchfallerkrankungen gehören zu den häufigsten gesundheitlichen Beschwerden auf Reisen. Vor allem bei Kindern und älteren Menschen ist dann Vorsicht geboten, weil der Körper schnell zu viel Flüssigkeit verliert. Viel trinken und vorgefertigte Elektrolyt-Lösungen, die den Salzverlust ausgleichen, sind das erste Mittel der Wahl.

Wird der Durchfall von Fieber und anderen Symptomen wie Blut im Stuhl begleitet, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Um Montezumas Rache, also dem Reisedurchfall, vorzubeugen, orientieren Sie sich an dem alten Traveller-Spruch: „Peel it, cook it, boil it or forget it“ (schälen, kochen, braten oder verzichten). forget it“ (Schälen, kochen, braten oder verzichten).

Hausmittel bei Übelkeit

Ingwer ist ein bewährtes Hausmittel gegen Reiseübelkeit. Dafür eine frische Ingwerwurzel in Stücke schneiden und kauen. Ingwerpräparate gibt es als Pillen oder Kaugummis in Ihrer Apotheke.

Axel Holzmann,

Ihr Apotheker

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